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    Lehrstuhl für neuere deutsche Literaturgeschichte

    „Herta Müller – Gegenwartsliteratur denken“

    Ein Sammelband mit dem Titel Herta Müller und das Glitzern im Satz. Eine Annäherung an Gegenwartsliteratur erschien im April 2016 (bei Königshausen & Neumann; Herausgeber sind Jens Christian Deeg und Martina Wernli)

    Rückblick:

    11. – 13. Februar 2015 im Kloster Bronnbach bei Würzburg

      

    Das Werk der Nobelpreisträgerin Herta Müller ist in einer literaturwissenschaftlichen Auseinandersetzung mit Fragen zur Gegenwart und Gegenwartsliteratur, wie auch in kulturellen, politischen, sozial- und lebenswissenschaftlichen Diskursen situiert. Beide Anschlüsse wurden bisher noch kaum erforscht, geschweige denn umfassend konzeptualisiert. Ziel der Tagung ist es daher erstens, den Frageraum möglicher Kontexte auszuloten und nach den Grenzen und Perspektiven einer kulturwissenschaftlich orientierten Lesart der Texte Müllers zu fragen. Zweitens sind dadurch auch die mit einer solchen Operation methoden- und fachgeschichtlich verbundenen Prämissen des Umgangs mit ihren Texten als Gegenwartsliteratur zu hinterfragen.

    Angestrebt wird nun mit der Tagung nicht nur das Füllen einzelner Forschungslücken, sondern eine Thematisierung und Reflexion des Zugangs zu diesem Werk und zur Literaturwissenschaft. Das spezifisch methodische Problem des Umgangs mit Gegenwartsliteratur, die Struktur einer aktuellen Forschungssituation wird damit ebenso zum Thema gemacht wie die zu diskutierenden Texte selbst. Somit werden die Referenten und Referentinnen eine Doppelperspektive einnehmen, mit Blick auf die Primärtexte einerseits wie auch andererseits auf den Zugang zu ihnen und damit auf die eigene Forscherposition. Herta Müllers Texte und ihr Schreiben und Reden über diese Texte eignen sich dabei besonders für einen solchen zweifachen Ansatz: Zu fragen ist also, wie mit kontemporären Texten umgegangen werden kann, die sich, ihren Status und ihre Kontexte stets auch selbst kritisch im Blick haben.

    Tagungsprogramm: Flyer download

    Webseite Kloster Bronnbach: http://www.kloster-bronnbach.de/

     

    Tagungsprogramm

    Mittwoch, 11. Februar 2015
    Anreise
    18.30 Martina Wernli, Jens Christian Deeg, Roland Borgards
    Eröffnung und Einleitung
    18.45 - 19.30 Prof. Dr. Ulrike Steierwald (Leuphana Universität Lüneburg)
    „Ich habe das Schreiben gelernt vom Schweigen.“ Herta Müllers Poetologie der Bildlichkeit im Spannungsverhältnis von Ästhetik und Politisierung.
    19.30 - 20.30 Abendessen
    20.30 Prof. Dr. Norbert Otto Eke (Universität Paderborn)
    ‘Zeit ist geblieben/Zeit ohne Zeit‘. Chronotopische Konstruktionen im Werk Herta Müllers.
    Donnerstag, 12. Februar 2015
    9.00 - 9.45 Dr. Ute Christiane Weidenhiller (Rom)
    „Über das Glück nichts, sonst ist es keines mehr“ – von der Paradoxie des Glücks bei Herta Müller
    9.45 - 10.30 Prof. Dr. Paola Bozzi (Universität Mailand)
    Einmal anfassen – zweimal loslassen: Zu Herta Müllers Unterminierung der Ordnung der Dinge.
    10.30 - 11.00 Pause
    11.00 - 11.45 Dr. Shuangzi Li (Göttingen)
    Vom Herzen zum Tier und wieder zurück.
    11.45 - 12.30 Jens Christian Deeg, M.A. (Universität Würzburg)
    „Ich hütete die Kühe und der Wortklang behütete mich.“ Ethik und Poetik der Tiere bei Herta Müller.
    13.00 Mittagessen
    14.30 - 15.15 Prof. Dr. Eva Kormann (KIT Karlsruhe)
    Wie viel Sprachkunst verträgt die Darstellung des Schreckens – oder auch:
    wie viel Sprachkunst braucht sie? Überlegungen zu Herta Müllers ‚Atemschaukel’.
    15.15 - 16.00 Prof. Dr. Ralph Köhnen (Ruhr Universität Bochum)
    Das politische Trauma, die Zeichen der Literatur und ihr Erfolg im westeuropäischen Literaturbetrieb. Systemtheoretische Anmerkungen zum Werk Herta Müllers.
    16.00 - 16.30 Pause
    16.30 - 17.15 PD Dr. Tanja van Hoorn (Leibniz Universität Hannover)
    Tarnkappen, Geheimsprachen, Schmuggelware. Gedicht-V/Zerstörung in Herta Müllers Roman ‚Herztier’.
    17.15 - 18.00 Dr. Jean-Pierre Palmier (Universität Bielefeld)
    Zur Erfahrbarkeit der Bildsprache Herta Müllers. Perspektiven der Kognitionspsychologie und der Neurophysiologie.
    18.00 Abendessen
    Freitag 13. Februar 2015
    9.00 - 9.45 Dr. Dirk Weissmann (Universität Paris-Est)
    Sprachkrise und Mehrsprachigkeit in Herta Müllers poetologischen Texten.
    9.45 - 10.30 Dr. Martina Wernli (Universität Würzburg)
    Väter und Söhne, Hauptmänner und Frisöre. Männlichkeit bei Herta Müller.
    10.30 - 11.00 Pause
    11.00 - 11.45 Dr. Monika Leipelt-Tsai (National Chengchi University, Taipei)
    Aufbruch und Bruch in Herta Müllers Roman „Atemschaukel“
    11.45 - 12.30 Ass. Prof. Hiroshi Yamamoto (Universität Waseda, Tokyo)
    <„Im Geschau anderer Sprachen“. Zur Problematik der Übersetzbarkeit Herta Müllers
    12.30 - 13.00 Abschlussdiskussion
    13.00 Imbiss
    Ende der Tagung
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    Am Hubland
    97074 Würzburg

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