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    Lehrstuhl für neuere deutsche Literaturgeschichte

     

    Mündliche Prüfung Staatsexamen ("nicht vertieft")

    Richtlinien gültig ab 11.02.2010

    Wenn Sie bei mir die mündliche Prüfung im Staatsexamen (nur „nicht vertieft“, also LA Grund-, Haupt- und Realschule) ablegen wollen, müssen Sie drei Prüfungsgebiete auswählen und vorbereiten. Spätestens 14 Tage vor dem Prüfungstermin ist bei mir (Sprechstunde oder PDF-Datei per e-mail) eine Liste einzureichen, die folgendes enthält:

    • Angabe der drei Prüfungsgebiete [Autor, Gattung und Epoche, - in welcher Reihenfolge, ist Ihnen überlassen]

    • zu den 2 Hauptprüfungsbereichen:

      • jeweils (mindestens) 5 Werktitel [= literarische Texte]

      • jeweils 1 literaturwissenschaftliche [textbezogene] These

    • zum Nebenprüfungsgebiet:

      • 1 Werktitel [= literarischen Text]

    Angaben zur verwendeten Sekundärliteratur sind nicht erforderlich.

    Diese Auswahl orientiert sich an der Erfahrung, dass von drei Prüfungsgebieten meist das erstgenannte einen deutlichen Schwerpunkt bildet (ca. 15 Minuten Prüfungszeit), während für das zweitgenannte etwas weniger Zeit zur Verfügung steht (ca. 10 Minuten) und das drittgenannte nur noch gestreift werden kann (ca. 5 Minuten Prüfungszeit). Wenn Sie also z.B. als drittes Prüfungsgebiet "Romantik" wählen, ist es ausreichend, als einzigen Text das Gedicht "Mondnacht" oder die Erzählung "Aus dem Leben eines Taugenichts" anzugeben. Dazu muss keine These formuliert werden. Trotzdem wird natürlich erwartet, dass Sie über diesen Einzeltext hinaus wissen, was es mit der Romantik als Epoche auf sich hat und inwieweit der von Ihnen gewählte Text dafür gerade steht. Der gewählte Einzeltext soll möglichst repräsentativ für das jeweilige Thema sein.

    Insgesamt reichen Sie also die Titel von 11 literarischen Texten (bitte in historischer Reihenfolge) und  2 darauf bezogene Thesen ein. Sie können Ihre Prüfungsunterlagen auch per e-mail verschicken, dann allerdings bitte ausschließ­lich als PDF-Datei, damit die von Ihnen gewählte Formatierung erhalten bleibt.
    Adresse: michael.will@uni-wuerzburg.de.
    Die Themen- und Textauswahl sollten Sie vorher rechtzeitig mit mir abklären, in meiner Sprechstunde oder auch per e-mail. Orientieren Sie sich nach Möglichkeit an Themen, die ich in meinen Lehrveranstaltungen oder auch im Examensvorbereitungskurs behandelt habe (siehe Menüpunkt "Lehre"). Sollte ich Sie nicht bereits ansatzweise aus einer meiner Veranstaltungen kennen, wird es ratsam erscheinen, meine Sprechstunde aufzusuchen.

    Bei der Auswahl von Autor, Gattung und Epoche – die Reihenfolge der drei Prüfungsgebiete können Sie selbst frei bestimmen – ist darauf zu achten, dass mindestens zwei (ganze) Jahrhunderte deutscher Literaturgeschichte tangiert und dass die Themen untereinander nicht deckungsgleich sind. Die Prüfungsgebiete dürfen sich aber kreuzen oder überschneiden, d.h.: wenn als Epoche die Aufklärung genannt wird und als Autor Lessing, dann ist dies nicht akzeptabel, weil der Autor nahezu gänzlich in der Epoche aufgeht. Wird aber als Gattung die Ballade und als Autor Fontane gewählt, so ist dies akzeptabel, da beide Gebiete nicht deckungsgleich sind, sondern sich nur überschneiden. Natürlich darf ein literarischer Text nicht in zwei Prüfungsgebieten angegeben werden.

    Beim Prüfungsgebiet "Gattung" wählt man nicht eine der drei Großgattungen (Lyrik, Epik, Drama) insgesamt, sondern entscheidet sich für eine Sub-Gattung. Iim Falle der Lyrik wäre dies z.B. das Sonett, die Liebeslyrik, selbstreferenzielle Lyrik; auch die Lyrik eines Autors oder einer bestimmten Epoche kann als Thema gewählt werden, wobei dann aber die Epochen- und Autor-Aspekte nicht im Mittelpunkt stehen, sondern eben die Gattungsfagen. Im Bereich Drama ist als Subgattung denkbar: die Komödie, das Geschichtsdrama, das Bürgerliche Trauerspiel, das soziale Drama, das epische Theater, das postdramatische Theater etc. Zum Prüfungsgebiet "Autor": bei Autoren, die ein besonders umfangreiches und komplexes Werk geschaffen haben (z.B. Goethe, Thomas Mann, Brecht), empfiehlt es sich, einen Teilbereich anzugeben, also z.B. "Der frühe Thomas Mann", "Der junge Brecht" etc.).

    In allen drei Prüfungsbereichen stehen literarische Texte im Mittelpunkt, d.h. es wird dann auch hauptsächlich textorientiert gefragt. Auswendig gelerntes Autoren-, Gattungs­- oder Epochenwissen ist dabei eher fehl am Platze. Es geht statt dessen um die Anwendung des Wissens auf konkrete Texte, wobei neben dem Textverständnis, der Fähigkeit zur Textcharakterisierung und zur literarhistorischen Kontextualisierung vor allem die korrekte Anwendung von Fachbegriffen eine wichtige Rolle spielt. In der Regel wird Ihnen in der Prüfung auch mindestens ein Textauszug vorgelegt, anhand dessen Sie bestimmte Charakteristika von Autor, Gattung und Epoche erläutern können. Handelt es sich um kurze Texte (Gedichte, Balladen, Kürzestprosa u.ä.), so sollten Sie diese in Kopie den Prüfungsunterlagen beifügen.

    Die Werktitel, also die Texte der Primärliteratur, sollten so ausgewählt werden, daß sie den Autor, die Gattung oder die Epoche bestmöglich repräsentieren. Die Länge der Texte spielt grundsätzlich keine Rolle, doch sollten in der Prüfung nach Möglichkeit Texte aus allen drei Großgattungen (Lyrik, Epik, Drama) vertreten sein. Bei manchen Prüfungsbereichen ist es naheliegend, auch einen theoretischen Text auszuwählen, also zum Beispiel beim Epochen-Thema „Sturm und Drang“ die Anmerkungen übers Theater von Lenz oder die Rede zum Schäkespears Tag von Goethe. Wenn Sie keine  theoretischen Texte auswählen, müssen Sie immer damit rechnen, dass jenseits Ihrer Textauswahl auch literaturtheoretisch ausgerichtete Fragen gestellt werden.

    Die Thesen sollen Ihnen die Chance geben, der mündlichen Prüfung auch selbst eine Richtung zu geben und nicht zu 100% von den Fragen der Prüfer abhängig zu sein. Sie sollten Ihre besonderen Interessen und Kenntnisse in den drei Prüfungsbereichen widerspiegeln und können selbständig formuliert oder aus der Sekundärliteratur übernommen werden. Sie sollten nicht zu allgemein gehalten sein und sich jeweils auf mindestens einen der von Ihnen gewählten Texte beziehen. In jedem Fall müssen die Thesen in der Prüfung dann gut begründet und erläutert werden. Nachfragen der Prüfer schließen sich an. Jenseits dieser Thesen werden die Prüfer aber natürlich weitere Fragen zu den von Ihnen gewählten Prüfungsthemen stellen. [In Kürze werden an dieser Stelle auch einige Beispiele für tragfähige Thesen mitgeteilt werden]

    Der Prüfung wohnt ein Protokoll führender Zweitprüfer (ein Vertreter oder eine Vertreterin der Schulart, für die Sie sich qualifizieren wollen) bei, der ebenfalls Fragen stellt, auf deren Ausrichtung der Erstprüfer keinen Einfluss hat.

    Sollten nach Kenntnisnahme dieser Richtlinien noch Fragen bestehen, besuchen Sie bitte meine Sprechstunde oder fragen Sie per e-mail nach.

     

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    Am Hubland
    97074 Würzburg

    Tel.: +49 931 31-85640
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